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Nach ca. 15 Jahren ereilte das Schicksal eines jeden stehenden Gewässers auch den Horlachgraben: er wurde krank. Einschwemmungen von allerlei Stoffen von Straßen und Dächern durch das Regenwasser sowie großer Laubeintrag durch nicht biotopgerechte Uferbepflanzung mit zahlreichen Pappeln, führten zu einer schnellen Verschlammung des Gewässers. Sauerstoffmangel und kleinere Fischsterben waren die Folge; größere Fischsterben konnten durch ständige chemische Untersuchungen und Beobachtungen sowie dem raschen Einsatz der Feuerwehr mehrfach verhindert werden.

Die negative Entwicklung der Wasserqualität des Horlachgrabens führte 1984 zur Gründung der Gewässerschutzgruppe. Deren regelmäßig durchgeführten Gewässer-Untersuchungen und die dabei gewonnenen Erkenntnisse sowie die Messungen der Schlammhöhe versetzten den Verein in die Lage, der Stadt Rüsselsheim die Besorgnis um den Horlachgraben mit fundierten Fakten zu belegen. Diese Fakten wurden gestützt durch ein Gutachten des Forschungs-Instituts Senckenberg, Frankfurt.

Die ganzen Aktivitäten waren dann Grundlage dafür, dass der ASV Rüsselsheim 1930 e.V. mit NaBu und BUND noch 1984 einen gemeinsamen Antrag auf Renaturierung des Horlachgrabens bei der Stadt stellten. Dieser Antrag enthielt im Wesentlichen die Forderung nach regelmäßiger Entschlammung, schrittweise Fällung der Pappeln, biotopgerechte Uferbepflanzung und - wo möglich - Schaffung von Flachzonen am Gewässer.

Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg war sicher auch die Mitarbeit unserer Gewässerschutzgruppe bei der Erstellung des Biotopkatasters für unsere Stadt und die Fortschreibung desselben.

Als erster Erfolg stellte sich ein die schrittweise Fällung der Pappeln. In vielen Gesprächen mit den Verantwortlichen der Stadt wurden viele kleine Maßnahmen auf den so genannten "kleinen Dienstweg" abgesprochen, die nach und nach das Bild des Horlachgrabens veränderten.

Am 22.04.1987 wurde nach langen Verhandlungen die erste richtige Entschlammung am Becken 5 von einer holländischen Spezialfirma durchgeführt. Dieses Becken war vom Umkippen bedroht.

Ein erster Versuch am Becken 1 mit einer Hochheimer Firma war Mitte der 70er Jahre kläglich gescheitert. Man arbeitete vom Ufer aus. Der Schlamm im Gewässer wurde mehr verteilt als entfernt und das Ufer sah nach der Aktion aus wie eine Mondlandschaft.

Außer dem Becken 7, 8 und 9 wurde der Horlachgraben schrittweise entschlammt. Nach der letzten Entschlammung von Becken 4 und 5 im Jahre 2001 wurde dort eine Tiefenbelüftungsanlage als Pilotprojekt installiert. Durch die Anreicherung des Tiefenwassers mit Sauerstoff soll ein besserer Abbau der jährlich anfallenden Biomasse erreicht werden und so die Zeitspanne zwischen den notwenig werdenden Entschlammungen vergrößert werden.

Ein von unserem Verein erstellter Hegeplan sowie ein mit der Stadt Rüsselsheim ausgearbeiteter Prioritätenplan bezüglich des Entschalmmungs-Zyklus und Baus von Abwasserweichen (vom Regierungspräsidenten gefordert) soll sicherstellen, was der Horlachgraben für Rüsselsheim ist:

Ein mit Hilfe der Stadt und durch unzählige Pflicht- und freiwillige Arbeitsstunden entstandenes beliebtes Naherholungsgebiet, welches im Biotop-Kataster als "schutzwürdiges Biotop" ausgewiesen ist.

  

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